Was wir uns heute
kaum mehr vorstellen können: Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die planmäßige
Entwicklung des Wohnungswesens so gut wie nicht existent.
Das änderte sich erst gegen 1850, als der Wandel im politischen, volkswirtschaftlichen
und sozialen Leben so richtig spürbar wurde. Er war eine Folge der weit reichenden
Industrialisierung Deutschlands, die von den Vätern der Gründerzeit mit Nachdruck
vorangetrieben worden war.
Wen wundert es angesichts dieser historischen Tatsachen, dass der konsequente Ausbau des
Wohnungswesens bis auf den heutigen Tag eng mit der industriellen Entwicklung gekoppelt
blieb?
Anreize und Impulse kamen jedoch auch von anderen Seiten: In den Gemeinden und in den
Schlüsselunternehmen der Wohnungswirtschaft waren ebenfalls weitsichtige Planer und
Pioniere am Werk.
Vor dem Hintergrund der gemeindlichen Selbstversorgung und im engen Schulterschluss mit
modern orientierten Strategen des gemeinnützigen Wohnungsbaus schufen sie
leistungsfähige Strukturen für genossenschaftliches Bauen und Wohnen. |
An vielen Orten -
und so eben auch in Reichenbach - eröffneten sich im wahrsten Sinn des Wortes
"wohnliche" Perspektiven für breite Bevölkerungskreise.
Dabei ist es besonders erfreulich, dass die Baugenossenschaften einerseits ihre
Bewährungsproben in der marktwirtschaftlichen Ordnung souverän bestanden - und
andererseits zu wirksamen Instrumenten des sozialen Ausgleichs wurden. Denn die finanziell
eher weniger gut Gestellten haben hier immer besondere Berücksichtigung und damit ihre
sprichwörtliche Heimat gefunden. |